Auffällig wird ein Nest meist im Spätsommer, wenn die Völker am stärksten sind und vor dem Schlafzimmerfenster Betrieb herrscht. Im Gründerzeithaus in der List kann es im Jalousiekasten stecken, in der Kleingartenkolonie Döhrener Masch unter dem Laubendach. Bevor du zum Spray greifst, schau, wer da fliegt.
Davon hängt ab, ob das Nest weg darf. Über Hornissen entscheidet die Region Hannover, bei Wespen braucht es einen vernünftigen Grund, etwa einen Allergiker. Sitzt das Nest am Gartenhaus in Kleefeld, wo niemand vorbeimuss, ist Warten auf den ersten Frost besser.
Wespennest entfernen in Hannover: so gehen wir vor
Am Telefon beschreibst du, wo die Tiere ein- und ausfliegen: an der Fuge eines Jalousiekastens, hinter der Verkleidung neben der Haustür, aus dem Rasen. Vor Ort schauen wir uns die Tiere an, denn die Art entscheidet alles Weitere. Für Deutsche und Gemeine Wespe gilt § 39 BNatSchG, ein Eingriff braucht einen vernünftigen Grund. Ein Nest über dem Kinderzimmer eines Altbaus in Linden-Süd ist einer, ein Nest im Schuppen, an dem den Sommer über niemand vorbeigeht, eher nicht.
Muss das Nest weg, geben wir ein zugelassenes Mittel über den Einflug ins Nest. Wasser und Baumarktspray bleiben im Schrank; auch das Informationsblatt der Stadt Seelze in der Region Hannover rät, keine Wasserschläuche auf Nester zu richten. Den Einflug lassen wir danach offen, damit heimkehrende Tiere das Mittel aufnehmen und keinen neuen Weg ins Haus suchen. Erst wenn dort niemand mehr fliegt, nehmen wir das Nest ab. Wer in Hannover die Rechnung trägt, steht auf der Kostenseite.
Hornissennest in Hannover: Ausnahme und Umsiedlung
Hornissen stehen wie Hummeln und Wildbienen nach § 44 BNatSchG unter besonderem Schutz. Ein Verstoß kann nach § 69 mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden, bei den nur allgemein geschützten Wespen liegt der Rahmen bei 10.000 Euro. Eine Ausnahme erteilt in gut begründeten Fällen die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover, Hildesheimer Straße 20, naturschutz@region-hannover.de. Beantragen kannst du sie im Serviceportal der Region unter „Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung und Befreiung“.
Wird die Ausnahme erteilt, beauftragt die Region in der Regel ehrenamtliche Hornissenberater mit der Umsiedlung. Wohin die Völker kommen, zeigt eine Antwort der Stadtverwaltung an den Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode von 2024: Am Kronsberg hingen Kästen zur temporären Unterbringung umgesiedelter Völker, umgesiedelt wird nur in Ausnahmefällen. Unser Teil ist die Vorarbeit. Wir bestimmen die Art sicher, beschreiben Nestort und Einflug, damit du den Antrag stellen kannst, und behandeln nichts, solange die Region nicht entschieden hat.
Asiatische Hornisse in Hannover: erkennen und melden
Für die Saison 2026 hat die Region Hannover bis Ende August sieben Nester der Asiatischen Hornisse nachgewiesen: fünf Primärnester in Neustadt, Hannover und Garbsen, zwei Sekundärnester in Garbsen und Bordenau. Einzelne Tiere wurden außerdem in der Wedemark, in Langenhagen und in Hämelerwald bestätigt. Im Jahr davor waren es drei Nester. Wie die Region das Nest in Bordenau aus großer Höhe absaugen ließ, steht als berichteter Fall auf unserer Startseite.
Sie ist etwas kleiner und deutlich dunkler als die heimische Hornisse, das letzte Drittel des Hinterleibs ist gelb-orange, die Beine sind gelb. Für Menschen ist sie laut Region nicht gefährlicher als eine Biene oder Wespe. Siehst du ein Tier oder ein Nest, schick ein Foto mit Fundort an naturschutz@region-hannover.de. Seit das Bundesumweltministerium die Art als etabliert einstuft, ist die Entfernung nicht mehr verpflichtend, die Region bekämpft Nester aber weiter. Wir fassen ein solches Nest nicht an.
Wespen in Hannover: Nestorte, Saisonende und Stiche
Nur die Gemeine und die Deutsche Wespe werden laut Seelzer Blatt für Menschen lästig, und beide bauen gern dort, wo es dunkel und geschützt ist: in Jalousiekästen, in Hohlräumen hinter Verkleidungen, nahe Schlafzimmerfenster oder Eingangstür. In Hannover bieten das viele Häuser, von den Gründerzeitbauten in der List bis zu den Villen in Kleefeld am Rand der Eilenriede. Bleib in 2 bis 3 Metern Abstand ruhig, verstell die Anflugbahn nicht und stochere nicht im Nest herum.
Ein Volk lebt nur einen Sommer. Spätestens mit den ersten Frösten stirbt es bis auf die Königinnen ab, und das alte Nest wird im Folgejahr nicht wieder bezogen. Fliegt eine Wespe an, gilt: ausweichen statt schlagen, sonst werden die Tiere laut hannover.de immer aggressiver. Ein Stich im Rachen gehört sofort zum Arzt, bis dahin hilft Eiswürfellutschen; eine Allergie klärt der Allergologe.
- Allgemein geschützt
- Schutzstufe der Deutschen und Gemeinen Wespe nach § 39 BNatSchG. Wer ohne vernünftigen Grund eingreift, riskiert bis zu 10.000 Euro.
- Besonders geschützt
- Strengere Stufe nach § 44 BNatSchG für Hornisse, Hummeln und Wildbienen. Ihr Nest bleibt, bis die Region Hannover eine Ausnahme erteilt hat.
- Ausnahmegenehmigung
- Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover, in einem gut begründeten Fall doch einzugreifen, meist mit anschließender Umsiedlung.
- Primärnest/Sekundärnest
- Erstes und späteres Nest eines Volks der Asiatischen Hornisse. Das Sekundärnest hängt laut Region Hannover meist hoch in Baumwipfeln.
- Flugschneise
- Der Weg der Tiere zwischen Nest und Futter. Das Blatt der Stadt Seelze rät, sie freizuhalten, statt sich vor dem Einflug aufzubauen.
7 Nester
der Asiatischen Hornisse in der Saison 2026, fünf Primär- und zwei Sekundärnester in Neustadt, Hannover, Garbsen und Bordenau
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Wespenarten können laut Informationsblatt der Stadt Seelze für Menschen lästig werden, nämlich die Gemeine und die Deutsche Wespe
bis 50.000 €
Bußgeldrahmen, wenn ein Hornissennest ohne Ausnahme der Region Hannover beseitigt wird. Für Wespen gilt der Rahmen bis 10.000 Euro
Herausgeber: Region Hannover (Pressemitteilung vom 28.08.2026), Stadt Seelze (Informationsblatt Wespen, Hornissen, Hummeln und Bienen, Juli 2025), Bund (BNatSchG § 69 Abs. 2 und 7). Abruf: 01.11.2026.