Ob eine Ratte in Hannover am Kellerabgang, hinter der Mülltonne oder im Kleingarten an der Ihme auftaucht: Zuerst zählt, woher sie kommt. Aus dem Kanal, vom Nachbargrundstück oder aus einem Bau unter Terrasse und Gartenhaus. Davon hängt ab, wer zuständig ist und was wir prüfen.
Eine eigene Rattenregel der Stadt Hannover gibt es nicht, es gilt die Rattenverordnung des Landes Niedersachsen. Sie legt fest, wer bekämpft und wer die Kosten trägt. Deshalb klären wir vor dem ersten Köder mit dir, welche Stelle der Stadt für deinen Fall zuständig ist.
Rattenverordnung Niedersachsen: deine Pflichten in Hannover
In Hannover gilt die Rattenverordnung des Landes Niedersachsen vom 29. Juli 1977. Sie erfasst Wanderratte und Hausratte. Verpflichtet ist nach § 2, wer die tatsächliche Gewalt über das Grundstück hat; die Gemeinde kann auch den Eigentümer heranziehen. Befinden sich dort Ratten, hat der Verpflichtete sie nach § 3 Absatz 1 „auf seine Kosten zu bekämpfen“. Wer sie nicht loswird, meldet das der Stadt.
Nach § 5 sind Ratten so zu bekämpfen, „daß Menschen, Haustiere und Wild nicht gefährdet werden“. Wo andere an Köder kommen, gehören Mittel, Wirkstoff und Sofortmaßnahmen bei Vergiftung an den Standort. Tote Ratten sind unverzüglich zu beseitigen, vergraben nur unter mindestens 0,50 Metern Erde. Verstöße sind nach § 6 ordnungswidrig. Im Hannoveraner Hinterhof mit Kindern und Hunden beschriften wir deshalb jede Box.
Ratten in Hannover melden: Ordnungsamt, Stadtentwässerung
Auf privaten Flächen sind in Hannover Nutzer oder Eigentümer zuständig; die Stadt nennt das eine gesetzliche Pflicht und bittet, die Nachbarn zu informieren. Fragen beantwortet der Fachbereich Öffentliche Ordnung, Sachgebiet 32.43, Am Schützenplatz 1, unter 0511 168-46293 oder 168-40064. Dazu kommen drei Rattentelefone nach Stadtteilen: 168-46018, 168-40176 und 168-46925. Als Mieter meldest du den Befall nach § 536c BGB dem Vermieter.
Kommt die Ratte aus Gully oder Schacht, ist die Beobachtung nach § 17 Abwassersatzung „unverzüglich“ der Stadtentwässerung Hannover zu melden. Ihr Netz ist über 2.500 Kilometer lang, laut Stadtentwässerung „das drittlängste Kanalnetz in Deutschland nach Berlin und Hamburg“. Die Nahrung dort besteht nach ihren Angaben „hauptsächlich aus Essensresten, die durch die Toilette entsorgt wurden“. Speisereste gehören deshalb in den Restmüll.
Rattenbekämpfung in Hannover: Befund, Köderbox, Kontrolle
Für Köder mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen gilt laut Infoblatt des Landesamts LAVES ab dem 30. Juni 2026: Sie sind geschulten berufsmäßigen Verwendern vorbehalten, und ohne Monitoring ist ihr Einsatz „grundsätzlich verboten“. Auf dem Hof eines Hannoveraner Mietshauses suchen wir an Müllplatz, Fallrohr und Kanalanschluss nach Schleifspuren, Trittsiegeln und Fettabstreifungen. Bleibt etwas unklar, liegen erst unbegiftete Köder aus, die wir nach ein bis drei Tagen ansehen.
Steht der Befall fest, setzen wir zugriffsgesicherte, stabile Köderboxen und nehmen den Tieren Futter und Wasserstellen. Die Beköderung dauert laut LAVES-Leitfaden in der Regel 21 Tage, kontrolliert wird mindestens alle sieben Tage; die akute Phase dauert laut Infoblatt höchstens einen Monat. Im Kanal hängen nur Köderschutzstationen ohne Wasserkontakt. Schlagfallen kommen nur drinnen bei geringem Befall infrage, etwa im Keller eines Hannoveraner Hauses.
Wanderratte in Hannover: Vorbeugung an Haus und Garten
Laut Umweltbundesamt wird die Wanderratte 19 bis 30 Zentimeter lang und bis zu 500 Gramm schwer. Ein Weibchen bringt im Jahr bis zu sechs Würfe mit durchschnittlich etwa acht Jungen, die nach rund zwei Monaten geschlechtsreif sind. Ultraschallgeräte haben laut Umweltbundesamt keine nachgewiesene Wirkung. In den etwa 20.000 Kleingärten der 103 Vereine in Hannover heißt das: Kompost ohne Speisereste, Spuren früh ernst nehmen.
Gegen den Weg aus dem Kanal helfen Rückstauklappen, vor Kellerfenstern Gitter, unter Türen Bürstenleisten. Die Stadt rät zu geschlossenen Tonnen; Tauben und Wasservögel auf öffentlichen Flächen zu füttern verbietet § 9 der städtischen Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Hannover zählt laut Regionaldatenbank Deutschland 29.017 Wohngebäude mit drei oder mehr Wohnungen (Bestand zum 31.12.2024); dort stimmen wir Keller und Hof mit der Hausverwaltung ab.
- Befallsermittlung
- Die Prüfung vor jedem Köder: Spuren, Kot und unbegiftete Probeköder zeigen, ob und wo in Hof oder Keller Ratten laufen.
- Köderschutzstation
- Verschlossene, stabile Box mit fest sitzendem Köder. Nach § 5 RattV ND ist ihr Standort mit Mittel und Wirkstoff gekennzeichnet.
- Rückstauklappe
- Klappe in der Hausleitung, die nur in eine Richtung öffnet. Sie hält Rückstau und Kanalratten vom Keller fern.
- Kanalratte
- Wanderratte aus dem Abwassernetz. In Hannover meldet der Eigentümer sie nach § 17 Abwassersatzung der Stadtentwässerung.
- Erfolgskontrolle
- Die Termine nach dem Auslegen: Wir lesen jede Box ab und suchen frische Spuren. Im Kanal folgt sie nach zwei Wochen.
21 Tage
dauert die Beköderung in der Regel, kontrolliert wird in Abständen bis sieben Tage. So steht es im Leitfaden des LAVES Niedersachsen.
1 Monat
höchstens für die akute Phase mit gerinnungshemmenden Ködern, laut LAVES-Infoblatt ab 30.06.2026. Davor steht immer die Befallsermittlung.
2.500 km
und mehr misst das Kanalnetz unter Hannover laut Stadtentwässerung. Ratten aus Gully oder Schacht meldest du ihr unverzüglich.
Die drei Werte stammen vom niedersächsischen LAVES (Leitfaden 2019, Infoblatt 2026) und von der Stadtentwässerung Hannover, Abruf am 1. 11. 2026. Es sind amtliche Angaben, keine Fallzahlen von uns.